Unsere Geschichte

Am 06.06.1957 trafen sich einige Schießsportfreunde im hiesigen Gasthaus "Zur Rose" und gründeten einen Schützenverein, der den Namen "SV Frankenstein" erhielt. Der Verein hatte es anfangs schwer, sich den etablierten Vereinen gegenüber zu behaupten, da man, der damals vorherrschenden Meinung entsprechend, dem Schützenverein militärische Tendenzen unterstellte. Es dauerte einige Zeit, bis man einsah, dass es außer Fußball und anderen Sportarten es auch einen Schießsport gibt. In dieser Zeit wurde sehr großen Wert auf Geselligkeit im Verein und auf Kontakte zu anderen Schützenvereinen gelegt. Besondere Erwähnungen sollten hier die Weihnachtsfeiern und der Besuch des Nikolaus zu Pferd und Wagen bei den Kindern der Mitglieder finden, ebenso die Ausflüge des Vereins zu anderen Vereinen mit deren Angehörigen. Ein besonderer Höhepunkt war das jährliche Königsessen, zu welchem der Schützen-König und seine Ritter einluden.


Nach Überwindung gewisser Anfangsschwierigkeiten konnte im Saal des Gasthauses "Zur Rose" schließlich an 4 Ständen Luftgewehr geschossen werden. Da der Saal jedoch öfter kurzfristig anderweitig belegt wurde, war ein geregeltes Trainingsschießen nicht mehr gewährleistet. Auch gab es Schwierigkeiten bei der Terminierung von Wettkämpfen. Der von dem damaligen Vorstand an den inzwischen verstorbenen Vereinswirt Jakob Hill herangetragene Vorschlag, in seinem Garten Trainingsmöglichkeiten und einen Aufenthaltsraum zu bauen, konnte trotz dessen Zustimmung nicht realisiert werden, da das Gelände aus städtebaulichen Gründen anderweitig genutzt wurde. Jakob Hill stellte daraufhin kurzentschlossen den unter dem Saal gelegenen Keller zur Verfügung, in dem nach von Vereinsmitgliedern vorgenommenem Umbau 6 Luftgewehrstände fest installiert wurden. Damit war sowohl die Einhaltung der Trainingstage als auch die Einhaltung der Termine für Wettkämpfe gesichert.

Immer öfter wurde von den Mitgliedern nunmehr der Wunsch geäußert, außer mit Luftgewehr und Luftpistole auch andere Disziplinen zu schießen, um mit anderen Vereinen konkurrieren zu können. Auf Betreiben des Vorstandes wurde nach längeren Verhandlungen mit den zuständigen Stellen der Stadt Darmstadt dem Verein das nördlich der Sportanlage der Sportvereinigung Eberstadt gelegene Gelände des ehemaligen Kyffhäuserbundes zur Errichtung einer Schießsportanlage zur Verfügung gestellt. Das Gelände erschien für diesen Zweck besonders geeignet, da nicht nur der Grundriss der ehemaligen Schießbahnen, sondern, wenn auch nur in groben Umrissen, der Grundriss der gesamten damaligen Anlage zu erkennen war.

Während sich der Bau des Schützenhauses nach den Plänen unseres Ehrenmitgliedes Ludwig Hofmann wegen erforderlicher Änderungen zunächst immer wieder verschob, konnte mit den erforderlichen Aushubarbeiten für die 50 m lange Schießbahn der KK-Anlage bereits begonnen werden. Eine große Hilfe hierbei waren die in Darmstadt stationierten Soldaten der amerikanischen Armee, die mit ihren großen Räumfahrzeugen die Schießbahn aushoben. Die nicht unerheblichen „Feinarbeiten“ mussten anschließend noch mit der Schaufel ausgeführt werden.

   


Endlich war es dann soweit, dass auch mit dem Bau des Hauses begonnen werden konnte. Obwohl jeder Tropfen Wasser wegen der noch nicht verlegten Wasserleitung in Fässern und Kanistern herbeigeschafft werden musste, war es nach 2500 freiwillig geleisteten Arbeitsstunden am 20.10.1962 so weit, da das Richtfest gefeiert werden konnte. Doch damit war das Haus noch lange nicht fertig. Es bedurfte schon noch einiger Arbeitseinsätze, bis dann am 21.12.1968 die erste Weihnachtsfeier im eigenen Heim veranstaltet werden konnte. Einige Mitglieder dürften sich hieran - aber auch an die vielen Arbeitseinsätze - noch erinnern.